Geschichte

Wenn man Geschichtliches über Faustball wissen möchte, dann muss man in den Geschichtsbüchern weit Zurückblättern. Bereits im 3. Jahrhundert vor Christus erwähnte der Dichter Platus einen Follis Pugilatorius“, d.h., er spricht von einem mit der Faust geschlagenen großen Ball. Einen weiteren Hinweis, dass Faustball ein sehr altes Spiel ist. findet man auch um das Jahr 240 nach Christus. Eine Gedenkmünze des Kaisers Gordianus III. zeigt drei Männer mit Faustbällen. Das römische Faustballschlagen wurde zum Nationalsport der Italiener. Es gehörte neben Laufen, Schwimmen, Jagen, Speerwerfen, Ringen und Reiten zur leiblichen Erziehung eines Bürgersohnes. Als Ursprungsland gilt Italien.

1555 schrieb Antonio Scanio in Venedig die erste genaue Beschreibung und die ersten Regeln nieder Auf einem 90×20 Meter großen Feld, das durch ein gespanntes Band geteilt war, standen sich je drei Spieler gegenüber. Sie benutzten einen Ball von 36 Zentimetern Durchmesser, der über ein Kilogramm schwer war. Da der Schlag bei diesem Gewicht nicht mit bloßen Hand ausgeführt werden konnte steckte der Spieler den Arm in einen hölzernen Schutzärmel, der vorne an einem Griff festgehalten werden konnte. Goethe erwähnte in seiner „Italienischen Reise“ den Besuch eines solchen Spieles ausführlich. Dies war am 16.September 1786 in Verona der Fall. In dieser Zeit kannte man das Spiel auch in Frankreich, Spanien, England und Deutschland. Zwar hörte man 1796 in einem Buch von Guts Muths noch einmal etwas über Faustball, doch danach schien diese Sportart ausgestorben zu sein. Es dauerte beinahe 100 Jahre, bis Faustball am Deutschen Turnfest 1885 der Öffentlichkeit wieder gezeigt wurde. 1896 schaffte der Münchner Turnlehrer Georg Heinrich Weber den Grundstein für das eigentliche Faustballspiel, das heute noch dem Grundgedanken von 1896 entspricht. Von Deutschland aus fand das Spiel seine Verbreitung in Europa, Südafrika, Südamerika und Kanada.

Spielidee

Das Faustball-Spiel zählt zu den sogenannten Rückschlag-Spielen. Zwei Mannschaften mit je fünf Spielern stehen sich auf einem 20×50 Meter großen Spielfeld (Halle 20×40 Meter), getrennt durch ein in zwei Meter Höhe gespanntes bis zu sechs Zentimeter breites Netz bzw. Band gegenüber. Grundidee ist es, den 320-380 Gramm schweren Faustball in der gegnerischen Hälfte so zu platzieren, dass der Gegner diesen nicht erreichen kann. Der Ball wird mit der Faust oder mit dem Arm geschlagen.

Regeln

Die wesentlichen Faktoren des Regelwerkes sind hier in Kurzfassung wiedergegeben:    Faustball ist sowohl eine Feld- (Feldgrösse 20x50m) als auch eine Hallensportart (Feldgrösse 20x40m). Das Feld ist durch eine Mittellinie getrennt, worüber in zwei Meter Höhe ein bis zu sechs Zentimeter breites Netz oder Band an zwei freistellenden Pfosten gespannt ist. Drei Meter von der Mittellinie entfernt ist die Angabelinie markiert. Der Spielball ist mit Luft gefüllt (Leder oder ähnliche Materialien mit einem Gewicht vor Spielbeginn von 320-380 Gramm. Eine Mannschaft besteht aus fünf Spielern und maximal drei Auswechselspielern, die bei Spielunterbrechung nach einem Verlustpunkt oder einem Timeout beliebig oft ausgewechselt werden können. Gespielt wird nach Sätzen bis 11 Punkte (2 Punkte Differenz, max. bis 15). Ein Spiel ist gewonnen, wenn eine Mannschaft zwei Sätze für sich entschieden hat. Bei Einzelspiel-Veranstaltungen wird auf drei Gewinnsätze gespielt. In einigen Ligen wird auch nach Zeit von 2×15 Minuten bzw. in der Halle von 2×10 Minuten gespielt. Der Spielgang beginnt mit der Angabe und endet mit dem ersten darauf folgenden Fehler. Der Ball darf von jeder Mannschaft maximal dreimal direkt oder indirekt gespielt werden. Beim Überschlag über das Netz muss der Ball im gegnerischen Feld den Boden oder einen Gegenspieler berühren. Zwei- und mehrmaliges Berühren des Bodens oder Berühren des Netzes gelten ebenso wie ins ‚Aus‘ geschlagene Bälle als Fehler.